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Wie
bereits in den letzten zwei Jahren startete ich mit demselben Team auch dieses
Jahr wieder am Gigathlon. Das Team besteht aus Claudia Lempen (Inlineskates),
Barbara Moosmann (Schwimmen), Heinz Trachsel (Rennvelo), Karim Tissot (Laufen)
und mir (Bike). Die
Strecke
- Rennvelo: Genf – La Chaux-de-Fonds, 166 km, 2'100 Höhenmeter
Von Genf bis Nyon war die Strecke neutralisiert (Grund nicht klar erkennbar,
Durchschnittsgeschwindigkeit über 40 km/h), dann folgte der Aufstieg zum Col de
la Givrine und ein Abstecher nach Frankreich, anschliessend gings durch das
Vallée de Joux ins Val de Travers und schlussendlich zur Wechselzone in La
Chaux-de-Fonds. - Bike: La Chaux-de-Fonds – Aegerten, 68 km, 1'800 Höhenmeter
Die Strecke führte von La Chaux-de-Fonds über die Vue des Alpes, dann nach
Querung diverser Hügelketten auf respektive über den Chasseral weiter Richtung
Magglingen und hinunter an den Bielersee bis nach Aegerten. - Schwimmen: Aegerten – Büren a.A., 7.5 km in der Aare
Die 7.5 km in der Aare entsprechen in etwa 4 bis 4.5 km in einem stehenden
Gewässer - Inlineskates: Büren a.A. – Murten, 46 km, 70 Höhenmeter Durch das Seeland von Büren a.A. bis nach Murten.
- Laufen: Murten – Bern, 42 km,
500 Höhenmeter
Von Murten via Mühleberg und dem Wohlensee entlang bis in die Bundeshauptstadt.
In diesem Jahr starteten
vor allem die Rennvelofahrer zu einer ungewöhnlichen Zeit: die Single- und
Coupleathleten um 24.00 Uhr und die Teams um 02.00 Uhr. Die 166 km lange
Strecke führte von Genf aus entlang dem See bis nach Nyon und anschliessend
durch den Jura bis nach La Chaux-de-Fonds. Unser Rennvelofahrer Heinz wollte
diese Strecke in 5 ½ Stunden absolvieren; Die Marschtabelle für die Spitze sah
5 Stunden vor. Begünstigt durch den Rückenwind trafen die ersten Teams
respektive ihre Rennvelofahrer bereits nach 4 Stunden und 39 Minuten im Ziel in
La Chaux-de-Fonds ein und das war zum Zeitpunkt, als ich mich zum Einfahren
bereit machte. Wir erwarteten Heinz zwischen dem 30. und 50. Rang, weshalb ich
nun mein Einfahren massiv kürzte um auf jeden Fall rechtzeitig bereit zu sein.
Es verging aber mehr Zeit als erhofft: Es kamen Fahrer ins Ziel, die eigentlich
schwächer waren als Heinz, sogar zwei Frauen erblickte ich vor ihm. Für mich als
Wartenden war bereits viel Zeit verstrichen, als ich Heinz endlich im
Zieleinlauf erblickte. Ein Kurzinterview mit ihm unterliess ich aber (Im
Anschluss an das Rennen erzählte mir Heinz, dass er bis zu ersten Abfahrt in
der Spitzengruppe mit dabei war, in der ersten Abfahrt habe es ihm aber die
Brille beschlagen und er musste anhalten, damit war auch die Gruppe weg; er
schloss sich der nächsten Gruppe an, musste aber wenig später wegen Problemen
mit dem Hinterrad wieder anhalten und somit war auch diese
Gruppe weg. So summierte sich der Rückstand.)
Ich übernahm den Chip von Heinz und schwang mich aufs Bike. Die Woche
vor dem Gigathlon hatte ich ferienhalber im Jura verbracht. Gemeinsam mit
meiner Frau war ich die Bikestrecke, jedenfalls soweit wir diese gefunden
hatten, abgefahren. Ich wusste also in etwa, was auf mich zukam. Nach dem Start
gings Richtung Vue des Alpes, zuerst über Treppen und dann über Teer, Wald- und
Wanderwege. Da es am Vortag geregnet hatte, war der Wanderweg überaus morastig;
Oben angelangt wollte sich mein Hinterrad auf jeden Fall nicht mehr drehen.
Nach einer kurzen Säuberungsaktion gings dann weiter auf die Vue des Alpes,
anschliessend über Kreten und durch Täler bis an den Fuss des Chasserals, wo es
auf der Passstrasse weiter Richtung Chasseral ging. Auf dem höchsten Punkt
(Chasseral) angelangt gings in flottem Tempo bergab über Naturwege und Wiesen,
gespickt mit einigen Gegensteigungen, bis nach Lamboing. Ab hier war die letzte
Steigung über den Hochmatt nach Magglingen zu meistern. Nach Magglingen gabs
noch eine rasante Abfahrt bis an den Bielersee hinunter; Durch den Regen und
die vielen groben Steine war die Abfahrt glitschig und deshalb nicht
ungefährlich. Bodenkontakt war auf jeden Fall zu vermeiden! Mir als technisch
schwachem Fahrer hat diese abwechslungsreiche Strecke aber trotzdem sehr gut
gefallen. Unten am Bielersee angelangt holte mich der Fahrer, der mich eine
Woche zuvor an einem Bikemarathon auf Rang 2 verdrängt hatte, ein; Zusammen
konnten wir auf der flachen Strecke bis nach Aegerten noch einige Teams
„schnappen“. In Aegerten erwartete mich Barbara im Schwimmanzug um endlich in
die kühle Aare zu steigen; In Büren übergab Barbara dann an Claudia, die mit
den Inlineskates die Strecke bis nach Murten zu bewältigen hatte. Die beiden
Frauen meisterten ihre Strecken ohne grössere Probleme und konnten sogar noch
einige Ränge gutmachen. In Murten wartete Karim auf Claudia. Er startete ungefähr
um 13.15 Uhr in Murten: Die Wolken machten der Sonne Platz und somit musste der
Lauf unter der heissen Nachmittagssonne absolviert werden. Karim hatte ca. ab
Kilometer 25 mit den Adduktoren Probleme. Leider konnte er deswegen sein
Anfangstempo nicht durchhalten und musste noch einige Teams vorbeiziehen
lassen. Bern erreichten wir mit dem 33. Schlussrang: Unser Ziel in die Top 20
zu gelangen verfehlten wir in diesem Jahr (Vorjahre Rang 16 und 17).
Hoffentlich läuft es im nächsten Jahr wieder besser!
Teamwettkämpfe
sind immer etwas Spezielles. Wenn es dir gut läuft, ist es wunderbar in einem
schnellen Team dabei zu sein; Sobald aber Materialdefekte auftreten oder dein
Rennanteil nicht optimal verläuft, wird es zur Belastung. Als Einzelathlet bist
du niemandem Rechenschaft schuldig und kannst im schlimmsten Fall das Rennen
aufgeben. In einem Teamwettkampf muss - wenn irgendwie möglich –
„durchgebissen“ werden. Als Gesamtes war der diesjährige Gigathlon aber wieder
ein gutes Erlebnis. Der Feierabendsportler kann sich auf der gleichen Strecke
mit dem Profi messen. Wenn alles rund läuft, werden wir mit demselben
Team auch nächstes Jahr beim 7-tägigen Gigathlon dabei sein.
Die
Gesamtstrecke im Team zu absolvieren ist für den einzelnen Athleten nicht
ausserordentlich lang (da nur ein Streckenteil) oder anspruchsvoll, anders
sieht dies aber für die Single- und Couple-Athleten aus, die körperlich und
mental eine extreme Ausdauerleistung vollbringen.
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