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Gigathlon 2006

Wie bereits in den letzten zwei Jahren startete ich mit demselben Team auch dieses Jahr wieder am Gigathlon. Das Team besteht aus Claudia Lempen (Inlineskates), Barbara Moosmann (Schwimmen), Heinz Trachsel (Rennvelo), Karim Tissot (Laufen) und mir (Bike).

Die Strecke

  • Rennvelo: Genf – La Chaux-de-Fonds, 166 km, 2'100 Höhenmeter
    Von Genf bis Nyon war die Strecke neutralisiert (Grund nicht klar erkennbar, Durchschnittsgeschwindigkeit über 40 km/h), dann folgte der Aufstieg zum Col de la Givrine und ein Abstecher nach Frankreich, anschliessend gings durch das Vallée de Joux ins Val de Travers und schlussendlich zur Wechselzone in La Chaux-de-Fonds.
  • Bike: La Chaux-de-Fonds – Aegerten, 68 km, 1'800 Höhenmeter
    Die Strecke führte von La Chaux-de-Fonds über die Vue des Alpes, dann nach Querung diverser Hügelketten auf respektive über den Chasseral weiter Richtung Magglingen und hinunter an den Bielersee bis nach Aegerten.
  • Schwimmen: Aegerten – Büren a.A., 7.5 km in der Aare
    Die 7.5 km in der Aare entsprechen in etwa 4 bis 4.5 km in einem stehenden Gewässer
  • Inlineskates: Büren a.A. – Murten, 46 km, 70 Höhenmeter Durch das Seeland von Büren a.A. bis nach Murten.
  • Laufen: Murten – Bern, 42 km, 500 Höhenmeter
    Von Murten via Mühleberg und dem Wohlensee entlang bis in die Bundeshauptstadt.
In diesem Jahr starteten vor allem die Rennvelofahrer zu einer ungewöhnlichen Zeit: die Single- und Coupleathleten um 24.00 Uhr und die Teams um 02.00 Uhr. Die 166 km lange Strecke führte von Genf aus entlang dem See bis nach Nyon und anschliessend durch den Jura bis nach La Chaux-de-Fonds. Unser Rennvelofahrer Heinz wollte diese Strecke in 5 ½ Stunden absolvieren; Die Marschtabelle für die Spitze sah 5 Stunden vor. Begünstigt durch den Rückenwind trafen die ersten Teams respektive ihre Rennvelofahrer bereits nach 4 Stunden und 39 Minuten im Ziel in La Chaux-de-Fonds ein und das war zum Zeitpunkt, als ich mich zum Einfahren bereit machte. Wir erwarteten Heinz zwischen dem 30. und 50. Rang, weshalb ich nun mein Einfahren massiv kürzte um auf jeden Fall rechtzeitig bereit zu sein. Es verging aber mehr Zeit als erhofft: Es kamen Fahrer ins Ziel, die eigentlich schwächer waren als Heinz, sogar zwei Frauen erblickte ich vor ihm. Für mich als Wartenden war bereits viel Zeit verstrichen, als ich Heinz endlich im Zieleinlauf erblickte. Ein Kurzinterview mit ihm unterliess ich aber (Im Anschluss an das Rennen erzählte mir Heinz, dass er bis zu ersten Abfahrt in der Spitzengruppe mit dabei war, in der ersten Abfahrt habe es ihm aber die Brille beschlagen und er musste anhalten, damit war auch die Gruppe weg; er schloss sich der nächsten Gruppe an, musste aber wenig später wegen Problemen mit dem Hinterrad wieder anhalten und somit war auch diese Gruppe weg. So summierte sich der Rückstand.)

Ich übernahm den Chip von Heinz und schwang mich aufs Bike. Die Woche vor dem Gigathlon hatte ich ferienhalber im Jura verbracht. Gemeinsam mit meiner Frau war ich die Bikestrecke, jedenfalls soweit wir diese gefunden hatten, abgefahren. Ich wusste also in etwa, was auf mich zukam. Nach dem Start gings Richtung Vue des Alpes, zuerst über Treppen und dann über Teer, Wald- und Wanderwege. Da es am Vortag geregnet hatte, war der Wanderweg überaus morastig; Oben angelangt wollte sich mein Hinterrad auf jeden Fall nicht mehr drehen. Nach einer kurzen Säuberungsaktion gings dann weiter auf die Vue des Alpes, anschliessend über Kreten und durch Täler bis an den Fuss des Chasserals, wo es auf der Passstrasse weiter Richtung Chasseral ging. Auf dem höchsten Punkt (Chasseral) angelangt gings in flottem Tempo bergab über Naturwege und Wiesen, gespickt mit einigen Gegensteigungen, bis nach Lamboing. Ab hier war die letzte Steigung über den Hochmatt nach Magglingen zu meistern. Nach Magglingen gabs noch eine rasante Abfahrt bis an den Bielersee hinunter; Durch den Regen und die vielen groben Steine war die Abfahrt glitschig und deshalb nicht ungefährlich. Bodenkontakt war auf jeden Fall zu vermeiden! Mir als technisch schwachem Fahrer hat diese abwechslungsreiche Strecke aber trotzdem sehr gut gefallen. Unten am Bielersee angelangt holte mich der Fahrer, der mich eine Woche zuvor an einem Bikemarathon auf Rang 2 verdrängt hatte, ein; Zusammen konnten wir auf der flachen Strecke bis nach Aegerten noch einige Teams „schnappen“. In Aegerten erwartete mich Barbara im Schwimmanzug um endlich in die kühle Aare zu steigen; In Büren übergab Barbara dann an Claudia, die mit den Inlineskates die Strecke bis nach Murten zu bewältigen hatte. Die beiden Frauen meisterten ihre Strecken ohne grössere Probleme und konnten sogar noch einige Ränge gutmachen. In Murten wartete Karim auf Claudia. Er startete ungefähr um 13.15 Uhr in Murten: Die Wolken machten der Sonne Platz und somit musste der Lauf unter der heissen Nachmittagssonne absolviert werden. Karim hatte ca. ab Kilometer 25 mit den Adduktoren Probleme. Leider konnte er deswegen sein Anfangstempo nicht durchhalten und musste noch einige Teams vorbeiziehen lassen. Bern erreichten wir mit dem 33. Schlussrang: Unser Ziel in die Top 20 zu gelangen verfehlten wir in diesem Jahr (Vorjahre Rang 16 und 17). Hoffentlich läuft es im nächsten Jahr wieder besser!

Teamwettkämpfe sind immer etwas Spezielles. Wenn es dir gut läuft, ist es wunderbar in einem schnellen Team dabei zu sein; Sobald aber Materialdefekte auftreten oder dein Rennanteil nicht optimal verläuft, wird es zur Belastung. Als Einzelathlet bist du niemandem Rechenschaft schuldig und kannst im schlimmsten Fall das Rennen aufgeben. In einem Teamwettkampf muss - wenn irgendwie möglich – „durchgebissen“ werden. Als Gesamtes war der diesjährige Gigathlon aber wieder ein gutes Erlebnis. Der Feierabendsportler kann sich auf der gleichen Strecke mit dem Profi messen. Wenn alles rund läuft, werden wir mit demselben Team auch nächstes Jahr beim 7-tägigen Gigathlon dabei sein.

Die Gesamtstrecke im Team zu absolvieren ist für den einzelnen Athleten nicht ausserordentlich lang (da nur ein Streckenteil) oder anspruchsvoll, anders sieht dies aber für die Single- und Couple-Athleten aus, die körperlich und mental eine extreme Ausdauerleistung vollbringen.


Montag, 16. Oktober 2006
Hansjürg Gerber
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