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Es
grenzt schon fast an ein Wunder, dass ich nach der hartnäckigen Pechsträhne,
die eigentlich schon mit meinem „Absturz“ am Engadin Skimarathon begann, all
den vielen Verletzungen und unnötigen Stürzen nicht nur als Tourist nach Berlin
reisen durfte! Allerdings waren meine Erwartungen nach einem 3-wöchigen
„Blitzaufbau“ nicht allzu hoch geschraubt: 1. Kein Sturz; 2. Podest M 60; 3.
Zeit unter 1.14! Nach einem frühen Start am Freitag, der bereits um 0330 begann um Uersus Flughafentaxi zu erreichen, mit einem ruhigen Flug, dem Besuch im grössten Kaufhaus von Berlin (ich habe nichts gekauft!) und dem obligaten Pastaessen beim Italiener war es Zeit, den verpassten Schlaf nachzuholen!
Am Samstag Nachmittag war es dann soweit, mit weiteren 7999 Skatern im 30-40 Stundenkilometertempo durch Berlin zu flitzen.
Ich hatte bereits vor dem Start das Gefühl, dass es nicht mehr so locker ab gehen würde wie letztes Jahr: Wir Thunliner waren wohl im B-Block zuvorderst eingereiht, aber rund um uns ernsthafte und still-in-sich gekehrte Gestalten mit stierem Blick nach vorne! Wenn das nur gut geht!!
Der Eindruck hatte nicht getäuscht, nach ca 15 km war immer noch eine riesige Gruppe mit 50-60 Skatern an der Spitze zusammen und ich versuchte mehrmals, in den vordersten Bereich vorzustossen um wenigstens ein paar Sekunden im Windschatten von Uersus Rücken auszuruhen. Meine übermässige Vorsicht verhinderte allerdings den Verbleib in dieser Position, war der Druck von hinten doch enorm.
Es kam so wie es in solchen Situationen zu kommen pflegt, nach ca km 21 riss es die Gruppe nach einer Kurve auseinander und ich war eben wieder mal zu weit hinten! Den Versuch, das Unheil abzuwenden und zusammen mit 3 Deutschen den Anschluss wieder herzustellen scheiterte im steifen Gegenwind. In der Folge fand sich in unserer Gruppe kein Teamgeist mehr und unverständlicherweise begannen die Vordersten mit taktischen Geplänkeln, das Tempo fiel damit zusammen und ich konnte mein 3. Ziel langsam vergessen!
Immerhin erfüllten sich meine Erwartungen mit den beiden ersten Zielen, meine Bestzeit habe ich aber um eine Minute verpasst.
Alles in Allem aber war es wiederum DAS Highlight der Saison!
Die Besuche im neuen Berliner Hauptbahnhof, der Holocaust Gedenkstätte, der Reichstagskuppel bei Nacht, dem neuen Fussballstadion (Das Stade de Suisse hätte 2 mal Platz darin) und dem Schloss Charlottenburg bleiben unvergesslich!
Kommt dazu, dass Rahel May aus Kleindietwil, die dank Uersu mit unserer Gruppe reisen konnte bei ihrem Marathondebut am Sonntag entgegen aller (meiner) Erwartungen und trotz Zigaretten und wenig Training mit einer fabelhaften Leistung überraschte! Ich verneige mich!
Weiter kommt dazu, dass ich einmal Haile Gebreselassie aus nächste Nähe laufen gesehen habe, und zwar bei km 8, 38 und 41: Wahnsinn!
Abschliessend möchte ich Urs für die Vorbereitung, Reiseleitung, Führungen und die Hilfsbereitschaft in allen Lagen herzlich danken, ich geniesse es, auch mal ohne grosse Verantwortung nur hinten nachzulatschen! So nebenbei hat er mich dann noch beim Rennen um 2 Minuten geschlagen!
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