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Senioren-Inline-EM Savona, Italien
Bei strömendem Regen und mit Schirmen bewaffnet starteten Rene B. aus B., Urs, Vreni und ich am Samstagmorgen mehr oder weniger motiviert Richtung Italien, um einmal an Internationalen Meisterschaften teilzunehmen. Glücklicherweise hellte sich der Himmel hinter dem Simplon Pass langsam auf und damit auch unsere Stimmung, die dann an der Ligurischen Küste bei herrlich blauem Himmel und noch blauerem Meer endgültig auf Begeisterung umschlug.

Bei der Besichtigung der Strecke deutete aber nichts darauf hin, dass hier Morgen ein grösserer Event stattfinden sollte. Auch am Sonntag bei der Fahrt zum Start zweifelten wir langsam am Datum des Events, waren doch auch im Startgelände eine Stunde vor dem Start keinerlei Anzeichen eines Rennens zu erkennen.
Aber siehe da, typisch italienisch, 20 Minuten vor dem Start tauchten sie dutzendweise auf in herausgeputzten Uniformen, mit Blaulicht, Alfas und grossen Motorrädern, knallten ein paar Gitter für die Startblocks auf die Strasse und plötzlich wimmelte es von Skatern, die sich irgendwo versammelt hatten, verschwanden in den Startblocks und schon gings los mit der jüngsten Kategorie und in Minutenabständen mit den anderen Kategorien, wir im M60 natürlich zuletzt!
Die ersten Kilometer verliefen nicht so hektisch wie am Swiss Inline Cup oder in Berlin, aber ich bemerkte bald einmal, dass Roger Thomet, der in diesem Sommer Weltmeister geworden war und ich die Last des Rennens zu tragen hatten, blies uns doch ein kräftiger Gegenwind ins Gesicht und niemand wollte sich frühzeitig verheizen. Auch ich suchte so oft wie möglich den Windschatten von Roger und wollte dann bei der langen Steigung bei Km 32 die Gruppe sprengen, damit möglichst Wenige bei der sich anbahnenden Spurtentscheidung mitmischen konnten. Das habe ich wie geplant umgesetzt, wir waren aber immer noch zu Fünft plus zwei aus einer vorderen Gruppe, die wir unterwegs eingeholt hatten. In Unkenntnis der Strecke vor dem Ziel wartete ich die 350 m Tafel ab und zog den Spurt an um nicht eingeklemmt zu werden, leider mischten sich dann die beiden Jüngeren unerlaubterweise in den Spurt ein und zogen damit den späteren Sieger, Rudolf Rainer aus Deutschland rechts an mir vorbei! So ist das halt im Sport!
An der echt italienischen Rangverkündigung mit Einmarsch, Landeshymne, Podest etc. durfte ich mir dann die Silbermedaille umhängen lassen, ein schönes Gefühl!
Die am Montag im Internet veröffentlichte Rangliste mit vertauschten Rängen im M60 Klassement hat einen regelrechten Wirbel auf unserer Home Page und in meinem e-Mail Briefkasten ausgelöst!? Ich hätte nie gedacht, dass sich so viele Leute für meine Silbermedaille interessieren und dazu noch ihre Meinung kundtun müssen! Ich habe mich köstlich amüsiert!!
Urs und René B. aus B. liefen in ihren ungleich stärker besetzten Kategorien M30 und M40 jeweils im vorderen Mittelfeld ein starkes Rennen. Sie mussten dann Tags darauf mit Vreni und mir auf einer kurzen aber wunderbaren Wanderung bei NOLI „zwangsauslaufen“, bevor wir uns wieder auf den Heimweg machten.
Urs möchte ich noch herzlich danken für den tollen Transportservice, Vreni und ich kamen uns im Fond des Wagens vor wie Aetti und Müeti auf einem Sonntagsausflug!


Montag, 16. Oktober 2006
Paul Graber
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