„Es ist nicht der Kurs an sich, der schwierig ist, nein, es sind die Wettkämpfer die den Kurs schwierig machen“. Diese Binsenwahrheit bestätigt sich nicht nur alle Jahre wieder bei der Strassen-Rad-WM. Ab und zu ist es auch uns Normalsterblichen vergönnt, dies Erfahrung von Grund auf neu zu machen und vorallem zu spüren.
Bei mir war es am 2. Oktober Wochenende am Bike-Duathlon in Aeschi
wieder einmal so weit. Zusammen mit Hansjürg Gerber hatte ich den Titel
aus dem Vorjahr gegen starke Konkurrenz (unter anderem Ueli Gerber mit
Partner) zu verteidigen. Ich hatte zuerst eine 2.5km Runde zu Fuss zu
absolvieren, bevor Hansjürg sich auf die 10km Schlaufe mit dem Bike
begab. Zum Abschluss folgte für mich dann nochmals die gleiche Runde
wie zu Beginn.
Je kürzer eine Strecke, desto schneller wird gestartet. Dies war hier
nicht anders! PENG, der Startschuss war erfolgt und los gings wie die
Feuerwehr. Zwei schnelle Hasen vorneweg, ich bemüht, den Anschluss
nicht zu verlieren. Nach der haarigen Ecke beim Friedhof sortiere ich
mich ein an dritter Stelle ein, so dass ich das Geschehen unter
Kontrolle hatte. Mein Plan sah vor, abwärts einfach mitzulaufen so gut
es ging, und aufwärts auf meinem bevorzugten Terrain dann selbst die
Initiative zu übernehme.
Nach der brutal schnellen 1. Streckenhälfte, mehrheitlich berab, geht’s
in Richtung Wechselzone in stufenartigen Abschnitten wieder aufwärts.
Die Oberschenkel beginnen nach den ersten Höhenmetern zu brennen, die
Säure schiesst in die Waden und der Atem zischt. Auf den letzen paar
hundert Metern wird’s nochmals flach und hier gilt es nochmals Tempo
aufzunehmen. Oben kann ich an Hansjürg in führender Position übergeben,
die Taktik ist bis hierhin aufgegangen. Doch Hansjürg kommt schon nach
(allzu ;-) ) kurzer Zeit wieder, so dass ich mich noch nicht
vollständig erholen konnte. Und so spüre ich die Anstrengungen der
ersten Runde noch deutlich, als ich mich zum zweiten Mal in die Abfahrt
stürze und kurze Zeit später die zweite Grenzerfahrung innerhalb einer
Halbenstunde mitmache. Das führt mir den oben zitierte Satz wieder
einmal vor Augen! Aber vielleicht hat’s gerade deshalb wieder zum Sieg
gereicht?!? Der Hattrick wird jetzt jedefalls in einem Jahr angestrebt!
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