So wie ich heute das Wort von Walter Tschumi übernehmen darf, habe ich im Sommer '88, also vor genau zehn Jahren, sein Amt als Klubpräsident weiterführen dürfen. Dafur gefragt hatte er mich eigentlich schon etwa anderthalb Jahre vorher, aber dazu entscheiden können habe ich mich eben erst einige Zeit später.
Nun, eine Schwalbe macht ja bekanntlich noch keinen Sommer und ein neuer Präsident schon gar keinen neuen Klub. Aber der Vorstand bestand aus einem exzellenten Team, und wir haben versucht, mit unserer neuen Energie auch gleich im ersten Sommer diverse Aktivitäten zu organisieren. So hamsterten zum Beispiel die Mannschaften des NSK beim Sponsorenlauf der Spar + Leihkasse Steffisburg mit einer Rekordbeteiligung gleich einen Betrag von über Franken 1'000.-- in die Klubkasse; Markus Baumgartner war damals gerade als Finanzchef neu gewählt worden und diese Einnahmen gaben ihm so auch Gelegenheit, das laufende Jahr äusserst positiv abzuschliessen. Im Herbst '88 kam es dann zum der ersten Schnee-Weekend auf der Engstligenalp. Es war gleich ein voller Erfolg und ist seither fester Bestandteil des NSK- Trainingsprogramms. Die Saison '88/'89 war fur den NSK im allgemeinen sehr erfolgreich und erfreulich. Sicher erwähnenswert ist der Sieg im damals von Oski Michel, welcher eben erst neu zum Chef Langlauf im BOSV avanciert war, ins Leben gerufenen BOSV - Klub - Cup. Auf Ende dieser Saison '88/'89 kam es offiziell zum grossen und erwarteten Wechsel am Posten des Trainers im NSK. So trat Dieter Neeser die Nachfolge von Beat Schori an, welcher ja bis noch heute bekannt ist fur seine damalige Konsequenz und Härte im Trainingsbereich. Dieter hatte sicher keine einfache Aufgabe im sich bereits damals ankündigenden harten Wind der Nachwuchsprobleme im Langlaufsport. Auch er hat aber seine Aufgabe meisterhaft gelöst. Historisch und deshalb erwähnenswert vielleicht war auch die Idee vom Vorstand, in unserem Klubheft, welches bisher jeweils völlig ohne Inserate oder Reklame erschien ( es umfasste zu diesem Zeitpunkt vielleicht vier oder funf Seiten), versucht wurde, Platz fur Inserate und Werbung freizugeben, um dem NSK so einen Zuschuss in die Kasse zukommen zu lassen. Der darauffolgende Winter '89/'90 zeigte sich schneemässig sehr schwach, was zu verschiedenen Absagen und Verschiebungen von Rennen fuhrte. Obschon sicher auch in dieser Saison gute Resultate erreicht wurden, hatte dieser schneearme Winter doch bei einigen von uns damals die Langlaufeuphorie etwas gebrochen, und der eine oder andere hat sich überlegt, ob er sich mit einem Bein vielleicht nicht doch auch einer anderen Sportart widmen könnte, so ist seither das Moutainbiken fur einige der Senioren eine willkommene Sommerabwechslung, und· heute trifft man des öftern Leute aus dem NSK in alternativen Sportarten an.
Ich darf an dieser Stelle gerne die klingenden Namen einiger Leistungsträger des Klubs aufführen: Allen voran war sicher bei den Damen Annelies Lengacher fur viele Leute ein Begriff; aber auch Rebecca Mast oder auch Esther Brügger konnten gute Resultate vorzeigen. Bei den Junioren hatten jeweils Felix Tschumi, Remo Michel oder auch Markus Rusch die Nase vorn, und bei den Herren und Senioren sind bestimmt die Namen von Beat Durrer, Paul Graber und Ueli Gerber erwähnenswert.
Obschon ich eigentlich von Walter Tschumi, welcher sein Präsidentenamt acht Jahre innegehalten hatte, mit der Option von neun Amtsjahren ins Rennen geschickt worden war, habe ich bereits nach zwei Jahren demissioniert und Hanspetet Neeser mit meiner Nachfolge betraut. Einerseits war ich nämlich mit Praxis und Familie schon überbeschäftigt, gehörte aber noch einer politischen Partei an und wollte zudem andernseits auch noch in gewissem Mass Sport treiben; das hat dann aber zu einem Gefühl der chronischen Überlastung gefuhrt und mich dazu bewogen, mein Amt vorzeitig weiterzugeben.
Obschon wir heute das 25-jährige Jubiläum feiern, und sicher nicht ohne Stolz auf unsere Gründerväter und Pioniere blicken, bewegte sich natürlich in all diesen vergangenen Jahren und insbesondere auch in der Zeit von 1988-1990, in welcher ich dem NSK als Präsident vorstand, die Erde alltäglich ganz normal. Ein paar Beispiele dieses Alltäglichen, welches uns damals manchmal auch beschäftigt hat, möchte ich an dieser Stelle nur kurz oder punktförmig erwähnen. So erlaube ich mir, zum Beispiel darauf hinzuweisen, dass man am Regionalspital Thun zu dieser Zeit erstmals eine Aidsberatungsstelle eingerichtet hat, weil nämlich erste Aidsfälle in der Gegend aufgetreten waren, oder die Ara Thun, der Geranienmarkt Thun und der Schwimmclub Thun feierten damals schon ihr 25-jähriges Jubiläum, oder es wurde in Planungskreisen der Stadt Thun beschlosssen, sukzessive einzelne Strassenkreuzungen, welche noch konventionell aussahen, in moderne Kreisel umzubauen, oder es wurde erstmals fur die Blümlisalp, das damals völlig verrottete Dampfschiff, eine Sammel- und Renovierungsaktion gestartet. Zudem fanden mit guter Schweizer Medaillenbeteiligung die Olympischen Winterspiele in Calgary, oder im darauffolgenden Sommer diejenigen in Seoul statt. Toni Rominger war 1990 Sportler des Jahres und Pirmin Zurbriggen verabschiedete sich aus dem Skizirkus und so weiter und so fort.
Eines steht klar fest: Um Rominger und Zurbriggen ist es ganz still geworden, sie sind Geschichte. Wir aber feiern unser 25-jähriges Jubiläum und stehen dank der Energie von Esther, Felix und ihrem Team in voller Blüte. So wünsche ich dem NSK mit seiner dynamischen Leitung weitere erfolgreiche 25 Jahre!
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