Rückblick des Präsidenten von 1990 - 1992
Vorstand:
| Adrian Berchten, Markus Baumgartner, Dieter Neeser Fernand Portenier, Ewald Schaffer, Markus Vitali |
Ich verzichte daraufMitgliederzahlen, Statistiken oder Finanzielle Gegebenheiten, usw. zu erwähnen. Vielmehr möchte ich mich darauf beschränken ein paar Highlights aus meiner Amtszeit als Präsident zu belichten.
1. Der Check aus Bern: Gut organisierte, engagierte und motivierte Klubarbeit wird durch die Schweizerische Sporthilfe unterstützt. Sofort haben Dieter und ich unseren Klub in einem kleinen Dossier vorgestellt und siehe da, der NSK Thun wurde als engagierter, Leistungs- und Breitensportfördernder Klub ausgezeichnet.
2. Die Nähnadel von 1991: Es ist Freitagabend, die Spaghetti bei Fernand sind schon längstens lind. Erstaunlicherweise sitzen aber die Vorstandsmitglieder nicht am Tisch. Nach vorne gebeugt, mit Nähnadeln und Faden bewaffnet, mit ähnlich verbissenem Gesichtsausdruck wie auf der Loipe, sitzen sie mit gesenktem Haupt in den Polstersesseln und nähen. Ab und zu kann man aus dem leisen, giftigen Gemurmel Wortfetzen wie: Noch nie gewe ... , wenn ich das gewusst h ... , typisch ... , itze längts de ... , erkennen. Was war passiert: Es ist der Freitag vor dem Schüler - Rennen an dem ja bekanntlich die ersten drei jeder Kategorie eine Medaille erhalten. Herr Präsident hat die Vorbereitungen fur diesen Anlass zu einer eindrücklichen ( die meisten Finger hielten dem Druck der Nadeln nicht stand) Machtdemonstration benutzt. Statt bei einem gemütlichen Spagettiabend bei Fernand Portenier die letzten Details zu klären, verordnete der Präsident zuerst eine 30 Medaillen umfassende Nähaktion, um seinerseits Nerven und vorallem Fingerbeeren fur den kommenden Grossanlass zu sparen.
3. Der DOSV - Lose Skandal: Die Vorstandssitzung wurde immer länger, die Beteiligten immer müder, die Motivation hatte schon fast ihren Tiefstpunkt erreicht, da plötzlich kam die Wende. Eine Schachtel voll mit BOSV - Losen, die eigentlich an die Klubmitglieder weitergeleitet werden sollten, damit diese sie an den Mann resp. die Frau bringen konnten. Ein Wort ergab das andere, der Kassier sprach ein mutiges Wort: Ich übernehme die Defizitgarantie ! und schon flogen die Papiere. Jeder einen ganzen Bund, die Gewinnlose in die Mitte ... Fazit: Ein riesen Haufen Papier, eine ausgeglichene Bilanz und was besonders wichtig war: Voll motivierte Vorstandsmitglieder !
4. Die Schlacht an der Aare: Alle Jahre wieder das gleiche Bild: Kaum haben die ersten Sonnenstrahlen die Nacht vertrieben, so raschelt es im Gebüsch an der Aare. Zwei mit Feuerzeugen, Grillzangen und CampingstüWen bewaffnete Legendäre des NSK beziehen ihre Stellung wenig unterhalb von Münsingen auf der rechten Aareseite. Kaum richtig niedergelassen und schon beginnt die ScWacht. Ein pensionierter Weltenbummler greift von der linken Seite an und kann nur mit der Drohung auf Kürzung der AHV in die Flucht geschlagen werden. Der Angriff von zWei hungrigen Hunden, die Ihre Herren im ScWepptau haben, können von den mutigen Bewachern nur mit drohenden Gebärden und dem Verwies auf den glühenden Rost vertrieben werden. Kurz vor Mittag dann die letzte Prüfung : Eine Italienerfamilie mit einem Haufen Bambinis unter dem Arm nähert sich von rechts. Hei, nix da, viele Schiffeli kume mit viIi Töggeli druf, u alli mage brutzele es Würsteli ... Heja, die Schlacht ist wieder einmal gewonnen und die Absolventen der alljährlichen Aarefahrt entsteigen ihren mehr oder weniger mit Wasser gefullten Gummibooten. Während sich die zum Teil frierenden Schifllifahrer am Feuer erwärmen und von den abenteuerlichen Sprüngen von den Brücken erzäWen, erholen sich die beiden erschöpften NSK Legionäre von der morgentlichen VerteidigungsscWacht. Die nächste Aarefahrt des NSK Thun kommt bestimmt !
5. Wahre Liebe für den Sport gibts nur unter Männern : Es ist Freitagabend. In Hünibach wird gefightet und geschwitzt. Kein Ball wird verloren gegeben. Kampf überwiegt im Spiel mit dem kleinen gelochten Kunstoftbal1. Da, zum x-ten Male eine neue Frau im inoffiziellen Unihockeytraining. Ergebnis nach einem Abend: Auch sie kommt nicht mehr. Das Freitagstraining in Hünibach ist nur fur harte Männer geschaffen. Und selbst fur diese wird's manchmal fast zu hart. Sämu Hadom seines Zeichens Torhüter ohne Respekt, wird bei seinen Ganzkörperabwehren öfters an empfindlichen Stellen getroffen. Der eine oder andere ist wohl erst kürzlich vom schlechten Gewissen befreit worden, indem Sämu trotzdem Vater geworden ist ! Gott sei Dank !
6. Schluss Die Zeit als Präsident des NSK Thun war zwar durch meine Umsiedlung in den Aargau etwas kurz, aber trotzdem schön und ist noch in guter Erinnerung. Ich danke allen, die in irgendeiner Form den NSK Thun in den letzten 25 Jahren unterstützt haben, und hoffe dass der Klub in der momentanen Zeit der eher kurzlebigen Boomsportarten weiterhin seinen Platz einnehmen kann. Dem Vorstand wünsche ich viel Glück beim Fällen von wichtigen Entscheidungen.
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