Die Jahre 1992 - 1997
An der Hauptversammlung 1992 im Klösterli Oberhofen wurde ich als Nachfolger von Hans Neeser zum Präsidenten des NSK Thun gewählt. Langläufer bin ich zwar fast so lange, wie es den NSK Thun gibt, dennoch waren gewiss nicht meine langläuferischen Qualitäten ausschlaggebend für meine Wahl. In meiner Antrittsrede sagte ich denn auch, dass ich den Klubmitgliedern nicht voraus"skaten" werde. Immerhin nahm ich an einem der vielen BOSV-Cup-Rennen teil} und zwar am Final vom 24. März 1996 auf dem Leiterli ober0alb der Lenk. In meiner Kategorie starteten sechs weitere NSKler, alle älter als ich. Sie erreichten Zeiten zwischen 30 und 42 Minuten, während ich selbst über 57 Minuten benötigte; das hatte ich mir aber schon vorher ausrechnen können. Insgesamt waren 14 Vereinsmitglieder am Start, und einige weitere waren zur Betreuung oder ganz einfach zum Vergnügen mitgekommen. Nach dem Rennen fuhren wir - auf den Langlauf-Skiern - noch einige Male mit dem Skilift rauf und auf der alpinen Piste wieder runter. Anschliessend sassen wir bei strahlendem Sonnenschein auf der Restaurantterrasse und warteten auf die Verkündigung der Gesamtrangliste des BOSV-Club-Cups. Es war ein unvergesslicher Tag. Aehnliches widerfuhr mir an den Klubrennen. Am 21. März 1994 begleitete ich Urs Mathys auf seiner Strecke. Anfangs konnte ich gerade noch mithalten, auf der letzten Runde musste ich ihn aber ziehen lassen und versuchen, ihm aus der Distanz die bevorstehenden Richtungsänderungen zuzurufen. Zu allem Ueberfluss stürzte ich in dieser Situation auch noch. Trotzdem erreichten wir wohlbehalten das Ziel. Nachdem am 21.3.1993 noch 24 Läuferinnen und Läufer am Klubrennen teilgenommen hatten, waren es nun, 1994, nur gerade noch 13. Am folgenden Rennen, am 18. März 1995, liessen sich wieder 32 zur Teilnahme bewegen, am 2. Januar 1996 schon 39 und am 2. Januar 1997 gar 47. Warum? Woher dieser Aufwärtstrend? Zu Beginn meiner Amtszeit mündeten mehrere langjährige Entwicklungen in eine kleine Krise für den NSK. Zum einen konnte beim Langlauf 1992 nicht mehr von einer Trendsportart gesprochen werden, wie noch zur Zeit der Vereinsgründung 1973. Zum andern mussten wir den Schnee in den letzten Jahren immer weiter weg suchen gehen. Dies beides erschwerte es, Nachwuchs zu begeistern. Ausserdem machten sich im Vorstand gewisse verständliche Ermüdungserscheinungen bemerkbar. Wer einmal zehn Jahre oder mehr in einem Vorstand mitgearbeitet hat, kann das nachempfinden. Unsere Situation führte so weit, dass wir innerhalb des Vorstands eine Fusion mit dem LLC Heimenschwand ins Auge fassten: wir hatten bestens ausgewiesene Trainer in genügender Zahl, aber wenig Nachwuchs, und bei Heimenschwand war es eher umgekehrt. Wir streckten also die Fühler aus und stellten fest, dass auch die dortige Vereinsleitung nicht abgeneigt war, eine Fusion in die Wege zu leiten. Die Vereinsmitglieder sowohl des LLC wie des NSK lehnten es dann aber an ihren Hauptversammlungen ab, dieses Ziel von ihren Vorständen weiterverfolgen zu lassen. So ist die Fusion eine Idee geblieben.
Wie aus den bereits erwähnten Teilnehmerzahlen am Klubrennen ersichtlich, hat sich aber doch etwas getan, was den NSK selbst, sozusagen aus innerer Kraft, gesunden liess. Die Lösung ergab sich auf personeller Ebene. Am 2. Juli 1994 wurden anlässlich der Hauptversammlung im Klösterli Oberhofen Esther Brügger und Felix Tschumi als neue Leistungssportchefs gewählt. Sie brachten nicht nur neuen Wind in den Vorstand, sondern auch in den Verein. Einer schönen Tradition folgend, nämlich dass der Leistungssportchef der "Motor" des NSK ist - das war zu Beat Schoris wie zu Dieter Neesers Zeiten der Fall - übernahmen die beiden nun allmählich das Steuerruder. Im Laufe der folgenden drei Jahre wechselte der ganze restliche Vorstand, so dass Esther seit 1997 als neue Prädentin an der Spitze einer frischen Vereinsleitung den NSK einer erfreulichen Zukunft entgegenführen kann.
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